BENGglas / LandVac: Was macht dieses Vakuumglas besonders?

BENGglas / LandVac: Vakuumglas für anspruchsvolle Sanierungsprojekte

Wer sich mit moderner Fenstersanierung beschäftigt, stößt schnell auf einen Zielkonflikt: Die Verglasung soll energetisch deutlich besser werden, gleichzeitig sollen Fensterrahmen, Profiloptik und Gebäudewirkung möglichst erhalten bleiben.

 

Besonders im Altbau, bei historischen Holzfenstern und im Denkmalschutz ist das entscheidend. Dicke 3-fach-Isoliergläser passen häufig nicht ohne Weiteres in vorhandene Fensterkonstruktionen. Genau hier wird BENGglas / LandVac Vakuumglas interessant.

 

BENGglas ist ein schlankes Vakuumglas, das sehr gute Wärmedämmwerte mit geringer Glasdicke ab 6,7 mm verbindet. Dadurch eignet es sich besonders für Projekte, bei denen klassische Standardlösungen technisch oder optisch an Grenzen stoßen.

Was ist BENGglas?

BENGglas ist ein Vakuumglasprodukt, das auf der LandVac-Technologie basiert. Wie andere Vakuumisoliergläser besteht es aus zwei Glasscheiben, zwischen denen sich ein sehr schmaler evakuierter Zwischenraum von 0,3 mm befindet. Dieser Vakuumzwischenraum reduziert die Wärmeübertragung durch Luftbewegung und Wärmeleitung deutlich.

 

BENGglas gibt es in verschiedenen Variationen, unter anderem mit U-Werten von 0,49, 0,41, 0,40 und 0,34 W/(m²K). Die Glasstärke beginnt dort bei 8,3 mm; abhängig von der maximalen Fläche steigt die Glasstärke auf 10,3 mm, 12,3 mm oder 16,3 mm. Die Varianten unterscheiden sich in: Lichttransmission, g-Wert, Dichtungsrand, Micropillar-Abstand und mögliche Hybrid-Isolierglas-Ausführungen. Die Denkmalglas Variante von BENGglas beginnt bei einer Glasstärke von nur 6,7 mm und einem U-Wert von 0,50.

 

Damit wird deutlich: BENGglas ist nicht nur „ein Glas“, sondern ein Sortiment mit unterschiedlichen Ausführungen für verschiedene Anforderungen des Kunden.

Wie ist BENGglas aufgebaut?

Aufbau eines Vakuumglases ESG - Vakuumeinheit mit Abstandshaltern - ESG
Aufbau eines Vakuumglases ESG - Vakuumeinheit mit Abstandshaltern - ESG

Der Grundaufbau eines Vakuumglases ist technisch anspruchsvoll, aber gut erklärbar. Zwei Glasscheiben werden mit einem sehr kleinen Abstand zueinander verbunden. Der Zwischenraum wird evakuiert, also weitgehend luftleer gemacht. Am Rand sorgt ein dichter und flexibler Randverbund dafür, dass das Vakuum erhalten bleibt.

 

Damit die beiden Scheiben durch den atmosphärischen Druck nicht zusammengedrückt werden, befinden sich kleine Stützpunkte zwischen den Scheiben. Diese werden je nach Hersteller als Micro Spacer, Micropillars, Pillars oder einfach auch als Abstandhalter bezeichnet.

Bei BENGglas wird im Datenblatt ein Micropillar-Abstand von 55 mm angegeben. Diese kleinen Abstandhalter sind technisch notwendig. Sie übernehmen eine wichtige Funktion, weil auf einem Vakuumglas durch den äußeren Luftdruck erhebliche Kräfte wirken.

 

Für die Endkunden ist wichtig: Die kleinen Punkte im Glas sind kein Mangel, sondern Bestandteil der Vakuumglas-Technologie.

 

Warum ist der schlanke Aufbau so wichtig?

Der größte Unterschied zu vielen klassischen Isolierglaslösungen liegt in der Bautiefe (Glasstärke). Während moderne 3-fach-Verglasungen häufig deutlich dicker sind (ca. 36 bis 48 mm), kann BENGglas bereits ab 6,7 mm Glasstärke eingesetzt werden (bei gleichem oder besseren U-Wert).

 

Das ist besonders in der Sanierung relevant. Viele ältere Fenster wurden ursprünglich nicht für dicke Mehrscheibenverglasungen gebaut. Der vorhandene Glasfalz ist begrenzt (meist nur 4 - 24 mm), Glasleisten sind schmal, Beschläge haben nur eine bestimmte Tragfähigkeit und historische Profile sollen möglichst erhalten bleiben.

 

Ein schlankes Vakuumglas kann hier helfen, eine energetische Verbesserung zu erreichen, ohne das Fenster zwangsläufig komplett neu konstruieren zu müssen.

BENGglas für Altbau und Denkmalschutz

Im Altbau ist der vollständige Fenstertausch nicht immer die beste Lösung. Oft sind vorhandene Holzfenster handwerklich hochwertig, reparierbar und gestalterisch wichtig für die Fassade. Das Problem liegt dann nicht zwingend im gesamten Fenster, sondern vor allem in der alten Verglasung.

 

Vakuumglas kann hier eine interessante Lösung sein, weil es eine hohe Dämmleistung bei geringer Glasdicke ermöglicht. In der FIVA-Studie wird Vakuumglas allgemein mit sehr guten Ug-Werten bei extrem dünnen Glasdicken von 8 bis 10 mm beschrieben. Außerdem werden geringes Gewicht und ein notwendiger tiefer Glaseinstand als wichtige Spezifikation von Vakuumglas genannt.

 

Gerade im Denkmalschutz zählt nicht nur der Dämmwert. Entscheidend ist, ob die historische Fensterwirkung erhalten bleiben kann. Rahmenbreiten, Sprossen, Glasleisten und Proportionen sollen möglichst wenig verändert werden. Vakuumglas kann deshalb besonders dort interessant sein, wo energetische Verbesserung und Substanzerhalt zusammen gedacht werden sollen.

Die verschiedenen BENGglas-Varianten

Das BENGglas-Datenblatt unterscheidet mehrere Varianten mit unterschiedlichen U-Werten, Lichttransmissionen und g-Werten. Die genannten Varianten reichen von BENGglas 0,49 bis BENGglas 0,34.

 

Vereinfacht gesagt:

 

BENGglas 0,49 ist besonders interessant, wenn eine hohe Lichttransmission und ein farbneutraler Eindruck im Vordergrund stehen.

 

BENGglas 0,41 bietet einen stärkeren Dämmwert bei weiterhin guter Lichttransmission.

 

BENGglas 0,40 mit Sonnenschutz kann sinnvoll sein, wenn neben Wärmedämmung auch sommerlicher Wärmeschutz eine Rolle spielt.

 

BENGglas 0,34 mit Sonnenschutz ist auf einen besonders niedrigen U-Wert ausgelegt und bietet zugleich einen niedrigeren g-Wert.

 

BENGglas 6,7 Denkmalglas ist auf einen besonders schmalen Glasaufbau ausgelegt und bietet zugleich einen niedrigeren g-Wert von nur 0,50. Mehr zum Denkmalglas hier.

 

Die richtige Variante hängt deshalb nicht nur vom gewünschten Ug-Wert ab, sondern auch von Licht, Sonnenschutz, Optik, Einbausituation und Projektziel.

BENGglas als Hybrid-Isolierglas

Im BENGglas-Datenblatt wird auch angegeben, dass Hybrid-Isolierglas möglich ist. Das bedeutet: Das Vakuumglas kann mit weiteren Glaselementen kombiniert werden, zum Beispiel mit einer zusätzlichen Scheibe und einem weiteren Scheibenzwischenraum.

 

Das ist besonders interessant, wenn vorhandene 2-fach-Isoliergläser ersetzt werden sollen und eine bestimmte Gesamtglasdicke zur Verfügung steht. In solchen Fällen kann ein Hybridaufbau helfen, die Vorteile von Vakuumglas mit weiteren Anforderungen zu verbinden.

 

Mögliche Ziele eines Hybridaufbaus können sein:

  • bessere Wärmedämmung
  • gezielterer Schallschutz
  • Sicherheitsanforderungen
  • Anpassung an vorhandene Glasdicken
  • Austausch alter 2-fach-Verglasungen bei gleicher oder ähnlicher Bautiefe

Hybrid-Vakuumglas ist besonders dann spannend, wenn nicht nur ein sehr dünnes Glas gesucht wird, sondern eine leistungsfähige Gesamtlösung innerhalb einer vorhandenen Glasstärke.

KI-Grafik zur einfachen Erklärung welche Vorteile BENGglas bietet.
KI-Grafik zur einfachen Erklärung welche Vorteile BENGglas bietet.